Kolonisation: Völlig falsch dargestellt?
Das ist das Einzige, was ich je über jenes Zeitalter gehört hatte. Wie war ich überrascht, als eines Tages ausgerechnet ein islamischer Scheich begann, das Zeitalter der Kolonisation zu rühmen! Besatzungen und Versklavungen habe es in seiner Heimat schon zuvor gegeben, und Freiheit gebe es auch jetzt nicht, erklärte er. Aber die Europäer hätten erstmals Schulen und Spitäler gebaut. Zudem Strassen ins Landesinnere. Sie hätten den Menschen Lesen, Schreiben und logisches Denken beigebracht. Zuvor habe es weder Autos noch Eisenbahnen oder Flugzeuge gegeben, denn diese seien europäische Erfindungen. Und auch bei aller Ungerechtigkeit sei es fairer zugegangen als bei einheimischen Regierungen. Nie habe es eine Zeit mit soviel Fortschritt gegeben in seinem Land wie während der europäischen Besatzung, erklärte er mit grosser Überzeugung. Deswegen habe die Zahl der Einwohner um Millionen zugenommen und die Lebenserwartung habe sich auch verlängert.
Ich will hier nichts schönreden. Natürlich war es katastrophal, wie z. Bsp. die spanischen Eroberer mit den Azteken, Inkas und anderen indianischen Völkern umgingen. Doch andererseits muss man sich bewusst sein, dass auch jene keine Engel waren. Sie behandelten ihre indianischen Brudervölker noch viel schlimmer, opferten regelmässig Gefangene ihren Göttern oder assen sie auf grauenvollen Parties sogar auf. Die Sünde kam nicht erst mit den Europäern nach Amerika. Mensch ist Mensch.
Europäer tendieren dazu, die Geschichte selbstkritisch zu betrachten. Wir vergessen leicht, dass die Geschichte nicht nur in Europa, sondern überall auf der Welt voller Kriege war und meistens die Schlimmsten gewannen. Tatsächlich ist Selbstkritik und die Forderung nach Gerechtigkeit für alle etwas Gutes. Sie kommt ursprünglich aus dem Evangelium und wurde durch die „aufklärerischen“ Philosophen verweltlicht.
Aber wer das Christentum so darstellt, als sei es verantwortlich für alle Bosheit auf der Welt, ist auf einem Auge blind. Zwar stimmt es, dass Namenschristen viel Böses getan haben. Aber das taten sie nicht wegen, sondern trotz der Lehre von Jesus. Was dabei vergessen geht, ist, dass das Christentum unendlich viel Gutes in die Welt gebracht hat, mehr als jede andere Lehre oder Religion. Und darum geht es auf unserer Webseite.
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