B5Demokratie von der Bibel inspiriert

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pexels / Protection, Hands, To protect image

Im Laufe der Geschichte waren schon oft Konzepte allgemeiner Menschenrechte formuliert worden. Doch diese konnten in der Praxis nie umgesetzt werden. Der Egoismus liess alle Menschenrechtsforderungen wie einen schönen Traum erscheinen.

Das grosse Verdienst John Lockes war, dass es ihm vor 300 Jahren gelang, ein politisches System zu erfinden, das den menschlichen Egoismus zwar nicht abschafft, aber ihm immerhin grösstmögliche Grenzen setzt: die Demokratie. Er fand dabei Anhaltspunkte im Alten Testament, wo die Alleinherrschaft des Königs von Gott prinzipiell als etwas Gefährliches eingestuft wird (1. Samuel 8). Stattdessen wurden ursprünglich temporäre Richter bevorzugt. Auch Priester und Propheten sollten dazu beitragen, der absoluten Macht der Könige Grenzen zu setzen. Dadurch entstand die Idee der Gewaltentrennung, welche für die Demokratie grundlegend wurde.

Fast tönt es wie ein Widerspruch: Die Demokratie mit ihren komplizierten Prozessen (Abstimmungen, Gewaltentrennung, zeitliche Begrenzungen der Ämter etc.) macht nur Sinn, wenn man a) davon ausgeht, keinem Menschen vertrauen zu können, aber b) jeden Menschen als edel und gleichwertig sieht. Das ist genau das biblische Menschenbild.

Die Demokratie schafft die Balance zwischen Vertrauen & Misstrauen