Nehmen wir einmal an
Nehmen wir an, es wäre dem römischen Kaiser gelungen, das Christentum auszurotten,
oder dass die Germanen in ihrer Religion verharrt wären,
dass der Spanier Cortez das Aztekische Reich nicht erobert, sondern umgekehrt die Azteken Europa besiedelt hätten….
dass die Araber unseren Kontinenten hätten einnehmen können…
oder dass das Christentum gar nie nach Europa gekommen wäre
Wie würde dann unser Leben aussehen?
Die Römer, die Germanen, die Azteken und die Araber hatten etwas gemeinsam:
Es gab bei ihnen keine garantierten Menschenrechte, keine Demokratie und keine Sozialstaaten. Es gab auch keine wirklichen Veränderungen. Sogar frühe Hochkulturen wie die sumerische, chinesische, ägyptische und griechische konnten sich nur bis zu einem bestimmten Grad entwickeln und blieben dort stehen. Ihre Schulen existierten nur für wenige Menschen und für kurze Zeit, und der grösste Teil ihres Wissens ging bald wieder vergessen.
Ist es nicht erstaunlich, dass die Entstehung der modernen Welt fast ausschliesslich in Europa geschah? Erfindungen von der Eisenbahn bis zu Raketen, von praktisch jeder Maschine bis zum Auto, von der Volksschule bis zur Uni, von der Glühlampe bis zum Computer, von den Medikamenten bis zum Spital, vom Waisenhaus bis zum fairen Umgang mit Behinderten, alles gelang im Westen.
Können Sie sich vorstellen, dass Schmiergeld, Menschenopfer, Kreuzigungen, Gladiatorenkämpfe, Blutrache, Ehrenmorde, Frauenraub und Zwangsehe oder evtl. sogar Kannibalismus zu unserem Alltag gehören würden, wie es in jenen Kulturen selbstverständlich war und z.T. noch heute in manchen Teilen der Welt der Fall ist?
Im westlichen Teil unseres kleinen Kontinentes gelang eine Veränderung, die nicht mehr rückgängig gemacht, sondern immer noch weiter entwickelt wurde. Und genau darum strömen Asylanten heute unter Lebensgefahr hierhin. Es gibt zwar auch andere Teile der Welt, die wohlhabend sind. Aber dorthin strömen die Asylsuchenden nicht, denn sie wissen sehr wohl, dass sie vom dortigen Reichtum kaum etwas abbekommen würden.
Interessant ist, dass der „moderne Mensch“ diese Entwicklungen als selbstverständlich ansieht, sie – wenn überhaupt – allen möglichen Ursachen zuschreibt, und meint, auf jeden Fall den offensichtlichen Zusammenhang mit dem christlichen Glauben verleugnen zu müssen.
So denken manche, die Renaissance soll Europa die ganze Gerechtigkeit gebracht haben, die wir geniessen, obwohl ja die Renaissance nichts anderes als eine Wiederbelebung der Kulturen der alten griechischen Stadtstaaten war, in denen Sklaverei, der Ausschluss der Zugezogenen, die Unterdrückung der Frau und der Zweitgeborenen selbstverständlich waren und wenige Familien über alle anderen herrschten. Ein solches System, das nicht einmal Gewaltentrennung kannte und in dem nur Erstgeborene als Vollbürger galten, „Demokratie“ zu nennen, benötigt viel Phantasie. Zudem wurden die Ansätze zu demokratischem Denken, sofern es sie denn wirklich gab, spätestens durch die absolute Herrschaft von Alexander dem Grossen wieder zunichte gemacht.
Andere meinen, die Aufklärung und der damit verbundene Humanismus seien die Wunder, welche Europa zu dem machten, was es heute ist. Doch die Weichen für die wissenschaftliche und soziale Entwicklung unseres Kontinentes wurden längst vor der Aufklärung gestellt. Die Gleichheit, welche die Aufklärer forderten, war damals in Amerika bereits selbstverständlich und seit Generationen gesetzlich verankert, und zwar ausdrücklich mit der Bibel begründet. Sie schwappte nur zurück auf Europa, unter Anderem in der verweltlichten Form der sogenannten Aufklärung.
Der Mensch wurde hier ins Zentrum gerückt, nicht Gott. Mit fatalen Folgen. Während wir uns einbilden, die französische Revolution hätte Europa positiv verwandelt, übersehen wir die über 5 Mio. Menschen, die in den damit verbundenen Kriegen ihr Leben verloren. Während wir darüber jubeln, dass Deutschland das entchristlichste, „aufgeklärteste“ Land wurde, übersehen wir, dass von diesem Volk in der Folge zwei Weltkriege ausgelöst wurden. Die biblische Forderung nach Gerechtigkeit für die unteren Schichten wurde zwar aufgenommen, aber vom Glauben an Gott losgelöst. Dies führte schlussendlich zur Entstehung des Kommunismus und endete in der vielleicht grössten Katastrophe der Menschheit mit bis zu 100 Mio. Toten.
Stolz meint der moderne Mensch, Gott und seine Bibel zum Alteisen werfen zu können. Der Humanismus sitzt auf dem Thron. Doch gerade beim Humanismus „menschelt“ es extrem. Humanismus bringt nicht nur das Schöne am Menschen zum Leuchten, sondern auch seine Schattenseiten. Jeder Mensch hat Abgründe, und zwar gewaltige. Wir sind nicht die Lösung, sondern der Ursprung des Problems.
Wenn wir nicht demütig zur Bibel zurückkehren, werden wir von einer Katastrophe zur anderen torkeln. Ohne Gottes absolute Standards wird jeder sich selbst zum Mass nehmen und selber über Gut und Böse entscheiden.
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